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Führend bei der Behandlung von Harnverlust bei Frauen in Österreich: Die gynäkologische Abteilung des LKH Steyr

Obwohl dem Thema Inkontinenz von ärztlicher Seite in den vergangenen Jahren deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde, ist die Inkontinenz auch heute noch für viele Patientinnen ein Tabuthema. Die gynäkologische Abteilung des Schwerpunktkrankenhauses Steyr ist nun in Österreich die erste Abteilung, die ihren Patienten die Einbringung der neuartigen Harnröhrenschlinge ‚Monarc’ anbietet  - dank dieser neuen Methode kann die Stressinkontinenz mit großer Effektivität und kurzem Spitalsaufenthalt behandelt werden.  

Insgesamt sind in Österreich schätzungsweise etwa 850.000 Frauen und 150.000 Männer von dieser Problematik betroffen. In der Altersgruppe der 50 bis 70-jährigen Frauen leiden bereits 30 bis 40 % an Inkontinenz. In 35 bis 45 % aller Fälle sprechen die Experten von einer reinen Stressinkontinenz, in ca. 25 bis 35 % von einer Dranginkontinenz und in 20 bis 40 % der Fälle handelt es sich um eine so genannte Mischinkontinenz (Stress und Drang). Bei den über 60-jährigen Frauen nehmen die Dranginkontinenz und die Kombinationsformen jedoch beachtlich zu.


Univ.-Prof. DDr. Hermann Enzelsberger, Leiter der Abteilung für Frauen- heilkunde und Geburts- hilfe am LKH Steyr

Generell liegt der Stressinkontinenz ein Versagen des Verschlussmechanismus der Harnröhre infolge einer Muskelschwäche zugrunde. Stressinkontinenz hat jedoch nichts mit psychischem oder beruflichem Stress zu tun, denn es kann bereits bei bestimmten, rein körperlichen Anstrengungen zu unwillkürlichem Harnverlust kommen. Ein plötzliches Niesen oder ein kurzes Bücken können schon ausreichen, um den Harnverlust auszulösen. Eingeteilt wird Stressinkontinenz in drei Grade: Grad I (Harnverlust bei Husten, Pressen, schwerem Heben), Stressinkontinenz Grad II (Harnverlust beim Gehen, Bewegen, Aufstehen) und Stressinkontinenz Grad III (Harnverlust  im Liegen).

Bei der Auswahl der Verfahren ist zu berücksichtigen, dass bereits beim ersten Eingriff die bestmögliche Operationsmethode gewählt wird. Die gynäkologische Abteilung des Schwerpunktkrankenhauses Steyr bietet nun den Patientinnen als erste Abteilung österreichweit die Einbringung der neuartigen Harnröhrenschlinge ‚Monarc’ an. Univ.-Prof. DDr. Hermann Enzelsberger, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am LKH Steyr über diese neue Therapieform: „Das Monarc-Band haftet aufgrund seiner gitterförmigen Netzstruktur wie ein Klettverschluss im Gewebe, stützt dadurch die Harnröhre und verhindert somit ungewollten Harnverlust.  Das Risiko einer Verletzung der Blase, des Darms oder größerer Blutgefäße ist stark minimiert – Narben können vermieden werden und die Hauteinschnitte sind sehr klein und diskret platziert. Auf Grund dieser neuen Therapiemethode kann die häufigste Form der Harninkontinenz – die Stressinkontinenz – mit bestmöglicher Sicherheit behandelt werden.“