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Schlaganfall

Der Schlaganfall zählt neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrieländern und ist – gleich nach Unfällen – die zweithäufigste Ursache für bleibende Behinderungen bei Erwachsenen.

An der Abteilung für Neurologie am LKH Steyr werden jedes Monat 15 Patienten mit Schlaganfällen behandelt. Dies ist nicht zuletzt auch auf die demografische Entwicklung in unserer Gesellschaft zurückzuführen, denn mit dem Alter steigt auch das Schlaganfallrisiko deutlich an. Aber auch andere Faktoren wie erhöhte Blutfette, Zuckerkrankheit, Alkoholismus, Rauchen oder Bluthochdruck können die Entstehung eines Schlaganfalles begünstigen. „Je mehr Risikofaktoren auf einen Menschen zutreffen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bereits in jüngeren Jahren einen Schlaganfall erleidet“, warnt Prim. Dr. Eva Herta Laich, Leiterin der Abteilung für Neurologie am LKH Steyr.

Ein Schlaganfall kann, wenn er nicht rechtzeitig erkannt wird, bleibende Schäden mit sich bringen – erste Alarmzeichen sind daher unbedingt ernst zu nehmen. „Bei vielen Patienten tritt vor dem eigentlichen Schlaganfall ein so genanntes ,Schlagerl’ auf. Dieser ,Vorbote’ ist daran zu erkennen, dass beispielsweise Sprechprobleme auftreten, der Betroffene auf einem Auge nichts oder doppelt sieht, Ungeschicklichkeit oder Schwäche in einer Hand oder einem Bein auftreten oder Kaffee aus dem Mund herausläuft. Selbst wenn diese Störungen nach kurzer Zeit wieder verschwinden, sollte unverzüglich ein Arzt und Rettung verständigt werden, denn unbehandelt erhöht sich das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in den darauffolgenden fünf Jahren um 25 %“, erklärt Prim. Laich.

Verhalten während eines Schlaganfalles:
Erleidet ein Patient einen Schlaganfall, ist es wichtig, dass er Ruhe bewahrt und unverzüglich Hilfe holt bzw. annimmt. Wenn möglich sollte er Medikamente, die er ständig einnimmt, zusammenstellen. Angehörige sollten sofort einen Arzt oder die Rettung rufen und den Patienten bei schlechtem Allgemeinzustand in die stabile Seitenlage bringen. Prim. Laich: „Der Betroffene darf keinesfalls etwas essen oder trinken bzw. blutsenkende Medikamente zu sich nehmen, da der rasche Blutdruckabfall die Hirndurchblutung verschlechtert.“

Vorstellung Prim. Dr. Eva Laich:
Dr. Eva Herta Laich wurde im Jahr 2001 zur Primarärztin der Abteilung für Neurologie am LKH Steyr bestellt. Die 1957 geborene Medizinerin absolvierte ihre Psychiatrische Fachausbildung an der Landes-Nervenklinik und an der Behandlungsabteilung für Suchtkranke in Traun) und schloss ihre Neurologische Fachausbildung ebenfalls an der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg ab. Von 1990 bis 1995 und von 1997 bis 2001 war sie Oberärztin an der Neurologischen Abteilung, wo sie unter anderem auch auf der Schlaganfalleinheit mitarbeitete. 1986 hospitierte Prim. Laich an der neurologischen Universitätsklinik Düsseldorf (Hirngefäßdiagnostik) und 1991 an der neurologischen Abteilung des Inselspitals in Bern (Neurophysiologie). Von 1995 bis 1997 absolvierte sie eine Zusatzausbildung für Epileptologie und Epilepsiechirurgie in den USA.