Viele Menschen leiden unter Magenbeschwerden. Die Ursache hiefür ist sehr häufig das Bakterium Helicobacter pylori. Bei rund fünzig Prozent der Bevölkerung nistet sich dieser unliebsame „Mitbewohner“ in der Magenschleimhaut ein. Dieser Keim ist zum größten Teil auch die Ursache von Magenschleimhautentzündungen, sowie der wichtigste Faktor bei der Bildung von Magengeschwüren. Beim Zwölffingerdarmgeschwür kann das Bakterium in fünfundneunzig bis hundert Prozent der Fälle nachgewiesen werden.
War bisher unbedingt eine Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Gewebsentnahme notwendig, genügt nun ein einfacher Atemtest, der vom Computer ausgewertet wird, zur raschen und sicheren Erfassung einer Infektion mit dem Helicobacter pylori. Der nichtinvasive 13C-Atemtest, wie die Untersuchung korrekt heißt ist eine unblutige, nicht belastende Methode zum Nachweis der Besiedelung des Magen-Darm-Traktes mit dem Keim Helicobacter pylori und kann daher auch bei Kindern und Jugendlichen völlig problemlos eingesetzt werden.
Dies ist eines der wenigen Geräte seiner Art, die es derzeit in Oberösterreich gibt!
Der Nachweis beruht auf der Infrarotanalyse eines speziellen Kohlenstoffatoms mit Namen C-13.
Der Name IRIS leitet sich von Infra Rot Isotopen Spectrometer ab.
Daneben ist es mit dieser Untersuchung auch möglich, Funktionstests verschiedener anderer Organsysteme durchzuführen.
Die praktische Durchführung sieht folgendermaßen aus:
Der nüchterne Patient füllt einen Probebeutel mit seiner Atemluft.
Dann trinkt er ein Glas Orangensaft samt dem darin gelösten Kohlenstoff-markierten Harnstoff (geschmack- und geruchlos), der von dem Keim abgebaut wird.
Weitere 30 Minuten später wird der zweite Probebeutel gefüllt und analysiert.

Dr. Markus Steininger von der internen Abteilung führt den 13C-Atemtest durch
Primarius Dr. Rainer Dejaco, der Leiter der internen Abteilung, ist über die nun auch dem LKH Enns zur Verfügung stehende Untersuchungsmethode sehr erfreut: „Der 13C-Atemtest stellt eine deutliche Verbesserung der Diagnostik, vor allem aber der Therapiekontrolle dar und erspart dabei in vielen Fällen die Magenspiegelung. Insbesondere die Nachkontrolle nach der Ausrottungsbehandlung des Keimes kann damit patientenfreundlich durchgeführt werden“.
Diese sogenannte Ausrottungstherapie geschieht mit einer ein- bis zweiwöchigen Therapie mit verschiedenen Antibiotika und einem Säurebklocker, weil dann die Medikamente besser wirken. Die Erfolgsrate der Behandlung liegt bei neunzig Prozent. Eine neuerliche Infektion kann aber nie ganz ausgeschlossen werden.

So sieht der unliebsame „Mitbewohner“ aus: Das Bakterium Helicobacter pylori