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Dupuytrensche Kontraktur

Bei der so genannten Dupuytrenschen Kontraktur  handelt es sich um eine Erkrankung des Bindegewebes der Hand.
Meist kommt es dabei im Verlauf von Jahren, manchmal aber auch innerhalb relativ kurzer Zeit zu massiven Strangbildungen und Knotenbildungen an der Innenfläche der Hand und an den Fingern. Bei vielen Patienten ist hauptsächlich der Ringfinger von diesen Strang- und Knotenbildungen betroffen, oft auch der Kleinfinger.
Rein grundsätzlich kann diese Krankheit aber überall an der Hand auftreten, typisch ist auch, dass oft beide Hände betroffen sind. Sehr selten sind nicht nur die Hände befallen, sondern auch die Fußsohlen, bei Männern außerdem der Penis.

Obwohl diese Erkrankung bereits im 19. Jahrhundert von einem belgischen Arzt namens Dupuytren beschrieben wurde - daher der komplizierte Name -, kennt man bis heute die genauen Ursachen der Dupuytrenschen Kontraktur nicht.
Man weiß nur, dass sie familiär gehäuft auftritt und häufiger als im Durchschnitt Patienten mit bestimmten anderen Erkrankungen, zum Beispiel mit Diabetes mellitus betrifft.
Der Verlauf der Dupuytrenschen Kontraktur kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal dauert es Jahre, bis ein massiver Befall vorliegt, dann wieder kommt es innerhalb weniger Monate zu einer starken Verschlechterung des Befundes.
Die Krankheit verursacht nur sehr selten Schmerzen , im Laufe der Zeit können aber die zunehmenden Stränge und Knoten an der Hand dazu führen, dass die betroffenen Finger immer weniger gestreckt werden können, ja sich zuletzt regelrecht in die Handinnenfläche einkrallen.
Man ist dadurch beim Greifen immer mehr behindert und hat Schwierigkeiten beim Anziehen von Handschuhen. Auch sind die betroffenen Patienten  gefährdet, beim Arbeiten mit Maschinen mit den Fingern hängen zu bleiben, zum Beispiel in eine Kreissäge zu geraten und sich dabei schwer zu verletzen.
In letzter Konsequenz kann es durch das starke Einkrallen der Finger dazu kommen, dass man sich die Hände fast nicht mehr waschen kann und an der Handinnenfläche Geschwüre entstehen.

Aus diesen Gründen sollte eine Dupuytrensche Kontraktur operiert werden, sobald die Finger anfangen, sich zu krümmen, also nicht mehr vollständig gestreckt werden können.
Zu diesem Zeitpunkt lässt sich mit einer Operation in der Regel noch eine vollständige Wiederherstellung der Handfunktion erreichen.
Wartet man hingegen zu lange mit der Operation zu und sind die Finger bereits jahrelang massiv eingekrallt gewesen, ist es oft schwierig, eine zufrieden stellende Korrektur zu erzielen.

Die Operation einer Dupuytrenschen Kontraktur besteht darin, dass Schritt für Schritt die gesamten Stränge und Knoten an der Hand auspräpariert und entfernt werden.
Um dabei wichtige Nerven, Sehnen und Blutgefäße, die in unmittelbarerer Nähe zu den Wucherungen liegen nicht zu verletzen, sollte unbedingt mit einer Lupenbrille und unter Oberarmleeresperre gearbeitet werden.
Beim Anlegen einer Oberarmblutleere wird der Arm gestreckt hoch gehalten und dann, beginnend an der Hand Richtung Schulter mit einer Gummimanschette eng umwickelt. Dadurch wir das Blut aus den Gefäßen des Armes weitgehend entfernt. Abschließend wir am Oberarm einen Manschette – wie man sie zum Blutdruckmessen verwendet – aufgeblasen und die zuvor angelegte Gummimanschette wieder entfernt. Nun kann kein frisches Blut mehr zur Hand zufließen und man kann unter perfekter Sicht operieren. Dadurch lassen sich Komplikationen, wie die Durchtrennung eines Fingernervs bei der Operation weitgehend vermeiden.
Die operative Sanierung Dupuytrenschen Kontrakturen ist, vor allem wenn es sich um ausgeprägte bzw. weit fortgeschrittene Fälle handelt technisch schwierig und zeitaufwändig.
Sie bedarf einer genauen Planung, eines speziell in Handchirurgie ausgebildeten Operateurs und einer konsequenten Nachbehandlung.

Unter optimalen Bedingungen sind die Operationsergebnisse bei Patienten mit Dupuytrenscher Kontraktur in der Regel sehr gut.
Eine auf die Dauer Erfolg versprechende konservative Therapie der Dupuytrenschen Kontraktur gibt es bis dato leider nicht.
rechte Hand mit betroffenen Ringfingerrechte Hand mit betroffenen Ringfinger