Gesundheit mit System

Servicemenü:
LKHLogo LKH Steyr

 

Carotis-Stenting - Dehnt Halsschlagadern und schützt vor Schlaganfall

Die Verengung der Halsschlagader ist in ca. 20 % der Fälle der Grund für einen Schlaganfall. Mit Carotis-Stenting wird PatientInnen am Landes-Krankenhaus Steyr neben der etablierten chirurgischen offenen Operation eine weitere schonende und sichere Behandlung geboten. Dank dieser Methode ist ein minimalinvasiver Eingriff ausreichend.

Der Schlaganfall zählt neben Herzinfarkt und Krebs zu den häufigsten Todesursachen. „Er ist außerdem der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit im Erwachsenenalter“, sagt Primar Dr. Harald Sandmayr, Leiter des Instituts für Radiologie am LKH Steyr. Arterienverkalkung ist eine der Hauptursachen. Bluthochdruck, zuviel Blutfett, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht sind die Hauptursachen dafür. Vor allem bei Menschen ab 60 Jahren führt die allmähliche Ablagerung von Fett an den Gefäßwänden zu einer Verengung der Halsschlagader.

Mit Hilfe von Ultraschall, Magnetresonanz-Angiografie oder Computertomografie wird untersucht, ob eine so genannte Carotis-Stenose vorliegt. „Eine gewisse Verkalkung bringt der natürliche Alterungsprozess mit sich“, sagt Primar Sandmayr. Dann genügt es meist den Betroffenen ein Medikament zu verordnen, das den Blutfluss verbessert und die Bildung von Blutgerinnseln verhindert. „Bei einer höhergradigen Carotis-Stenose wurde bislang meist operiert“, sagt der Primar. Carotis-Stenting kommt jedoch mit örtlicher Betäubung und ohne Hautschnitt am Hals aus. Nach dem Prinzip „Weiten, Sichern, Stützen“ werden die notwendigen Instrumente per Katheter von der Leiste aus in die Halsschlagader geschoben. „Ein Ballon weitet die Verengung“, erklärt Primar Sandmayr. Um das gefährliche Lösen von Plaques zu verhindern, die bis ins Gehirn gelangen können, entfaltet die Operateurin/der Operateur ein Schirmchen, das die losen Teile auffängt. Anschließend wird ein Stent – ein maschendrahtartiger Einsatz – platziert, um die Gefäßwand zu stützen. „Da dieses Einsetzen kein chirurgischer Eingriff ist, ist Carotis-Stenting für die Patientinnen und Patienten weitaus weniger traumatisch“, sagt der Mediziner. Eine Vollnarkose und die Operationsnarbe am Hals entfallen, die Genesungszeiten sind kürzer.

Carotis-Stenting wurde bisher vor allem bei PatientInnen eingesetzt, für die ein chirurgischer Eingriff mit erhöhtem Risiko verbunden ist, wenn vorher eine Strahlentherapie durchgeführt wurde oder die lokalen Verhältnisse eine Operation erschweren oder unmöglich machen. Primar Dr. Sandmayr rät: „Patientinnen und Patienten, die für eine herkömmliche Operation vorgesehen sind, sollten vorher mit ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin besprechen, ob auch eine Behandlung mit Stenting in Frage kommt.“ Für den Mediziner ist eine umfassende Aufklärung über den Eingriff auf jeden Fall erforderlich.