Vagus-Nerv-Stimulation: Therapieform reduziert Anfallsfrequenz bei Epilepsie-PatientInnen
Selbst schwer behandelbare Epilepsie-PatientInnen sind an der Abteilung für Neurologie des Landes-Krankenhauses Steyr gut betreut. Die Vagus-Nerv-Stimulation – eine nicht medikamentöse Therapieform – kann gerade bei schwer behandelbaren und nicht operativ zugänglichen Epilepsieformen angewendet werden. „Die Betreuung von mehrfach behinderten Menschen mit Epilepsie ist eine besondere Domäne unserer Ambulanz“, sagt Dr. Monika Nagler, Oberärztin an der Abteilung für Neurologie.

Schwerpunkt der Spezialambulanz für Anfallskranke der Neurologischen Abteilung des LKH Steyr ist die Betreuung von PatientInnen mit schwer behandelbaren Epilepsien und Mehrfachbehinderung. Ein Mittel dazu ist die Vagus-Nerv-Stimulation. Dabei wird der Patientin bzw. dem Patienten – ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher – ein ca. drei mal zwei Zentimeter großer Generator unter dem linken Schlüsselbein implantiert. Noch während der Operation wird Kontakt mit den unter der Haut liegenden Elektroden und dem Vagusnerv aufgenommen. „Somit besteht die Möglichkeit über elektrische Impulse diesen Nerv und somit auch bestimmte Areale im Gehirn zu stimulieren, wodurch eine Anfallsreduktion um 30 bis max. 70 % erzielt werden kann“, sagt OÄ Nagler.
An der Steyrer Abteilung werden bereits mehr als zehn PatientInnen mit dieser Therapieform betreut. Positiv sind die geringen Nebenwirkungen. Die Behandlung wirkt sich außerdem günstig auf Wachheit, Aufmerksamkeit und Stimmung aus. „Dies spiegelt sich natürlich bei der Betreuung und der Förderung der Patientinnen und Patienten wider“, sagt die Oberärztin. Angehörige und BetreuerInnen können bei einem neuerlichen Anfall dessen Schwere und Dauer positiv beeinflussen indem sie eine zusätzliche Stimulation setzen. Die Vagus-Nerv-Stimulation kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern eingesetzt werden.
Implantiert wird das System an der Chirurgischen Abteilung des LKH Steyr. Die gute Zusammenarbeit zwischen der Neurologischen und der Chirurgischen Abteilung – insbesondere mit OA Dr. Johannes Siebermaier – trägt zum Erfolg dieser Therapieform bei. OÄ Dr. Monika Nagler sammelte bereits während ihrer Ausbildungszeit zur Fachärztin für Neurologie und bei Auslandsaufenthalten in den USA (im Epilepsy Center Cornell University New York) Erfahrungen auf diesem Gebiet. PatientInnen mit Vagus-Nerv-Stimulation betreut sie seit mehr als zehn Jahren.