Neues Angebot - Abklärung und Behandlung von Stimm- und Kehlkopfproblemen
Der Kehlkopf schmerzt, die Stimme klingt heiser. Nur wenige Menschen suchen wegen einer Stimmstörung ein Krankenhaus auf. Sie finden sich einfach damit ab. OÄ Dr. Doris Aichinger, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen am Landes-Krankenhaus Steyr rät jedoch: „Bestehen die Kehlkopfbeschwerden bzw. die Heiserkeit länger als drei Wochen, sollte unbedingt ein HNO-Facharzt aufgesucht werden, um eine organische Ursache auszuschließen.“ Am LKH Steyr ist die Abklärung und Behandlung von Stimm- und Kehlkopfproblemen ein neues Angebot.
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Betroffen sind verstärkt LehrerInnen oder SängerInnen – Berufsgruppen, bei denen die Stimme stark beansprucht wird. „Eine Abklärung ist auch dann sinnvoll, wenn es zu beruflichen Einschränkungen sowie zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Verständigungsschwierigkeiten kommt“, sagt OÄ Aichinger. Eine Stimmstörung kann viele Ursachen haben: Funktionelle Störungen, anlagebedingte Schwäche der stimmgebenden Organe, stimmschädigende Gewohnheiten (Räuspern, harter Stimmeinsatz, gepresste Stimme etc.) oder organische Ursachen wie gutartige Veränderungen (Schwellungen, Knötchen, Zysten). Eine zu starke stimmliche Anstrengung durch zu langes oder zu lautes Sprechen kann genauso Stimmstörungen hervorrufen wie Lähmungen der versorgenden Nerven, Tumore des Kehlkopfes bzw. der Stimmbänder sowie neurologische Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, Medikamente oder entwicklungsbedingte Störungen.
Am LKH Steyr wird neben der klassischen Kehlkopfspiegelung auch die Filmaufnahme der Stimmbänder geboten, mit der bessere und genauere Befunde erstellt werden können. Bei der Videolaryngoskopie und der Stroboskopie werden einzelne Fotos der Stimmlippenbewegung gemacht. Die verlangsamte Darstellung der Bewegung erleichtert die Diagnose. Die Leistung der Stimme kann mittels Stimmfeld und Stimmanalyse überprüft werden. „Tonaufnahmen werden angefertigt und mittels Computer verarbeitet“, erklärt die Oberärztin. Zusätzlich bewerten die PatientInnen ihre Erfahrungen mit Hilfe eines Fragebogens. Stimmstörungen werden teilweise mit Medikamenten und Inhalation behandelt. „Logopädische Übungsbehandlungen, bei denen Atmung, Artikulation und Stimmgebung verbessert werden, sind besonders bei funktionalen Störungen wichtig“, sagt OÄ Aichinger. Bei organischen Veränderungen sind auch operative Maßnahmen sinnvoll, die als minimal-invasive mikrochirurgische Eingriffe durchgeführt werden. Bei den meisten Eingriffen wird über den Mund operiert. Es entsteht daher keine äußerliche Wunde.

Wer seiner Stimme etwas Gutes tun will, sollte beim Sprechen auf richtige Atmung (Bauchatmung) und gute Körperhaltung achten. Nachlässige und übertriebene Artikulation sollten vermieden werden. Positiv wirkt eine normale Sprechstimmlage, eine adäquate Lautstärke, kein Pressen oder Flüstern sowie Einschränkungen beim Räuspern und Husten. „Gönnen Sie Ihrer Stimme auch Erholung“, rät OÄ Aichinger. Schlecht sind Rauchen, verrauchte Räume, hochprozentiger Alkohol, scharfe Gewürze und eisgekühlte Getränke.
Termine und weitere Informationen gibt es auf der HNO-Ambulanz des LKH Steyr unter der Telefonnummer: 050 554 / 66 – 24130.