Augenabteilung bietet modernste Behandlung bei fortschreitender Veränderung der Hornhaut
Ab Jänner 2009 bietet die Abteilung für Augenheilkunde am Landes-Krankenhaus Steyr eine neue, höchst moderne Behandlung bei fortschreitender Hornhautveränderung an. Keratokonus heißt die Veränderung bzw. Vorwölbung der Hornhaut des Auges. Dank der Hornhaut-Vernetzung werden ein Fortschreiten des Keratokonus und eine drohende Hornhauttransplantation vermieden. „Wir freuen uns, dass wir dieses Angebot nun auch in der Region machen können“, sagt Primar Dr. Felix Buder, Leiter der Abteilung für Augenheilkunde am LKH Steyr.
Keratokonus wird bei einer augenärztlichen Untersuchung mittels Spezialvermessungen der Hornhaut diagnostiziert. „Bisher war die einzige Behandlungsmöglichkeit, harte Kontaktlinsen zu verwenden“, sagt der Mediziner. „In fortgeschrittenem Stadium galt eine Transplantation der Hornhaut als letzte Therapiemöglichkeit.“ Nun wurde die Hornhaut-Vernetzung entwickelt, die auch am LKH Steyr angeboten wird. Mit diesem Verfahren kann das Voranschreiten des Keratokonus verhindert werden. „Ziel der Hornhaut-Vernetzung ist es, die Stabilität der Hornhaut zu festigen“, erklärt Prim. Buder.

Bei einer Operation wird unter lokaler Betäubung die oberste Schicht der Hornhaut entfernt und ein Vitaminpräparat aufgetropft. Dieses bildet ein Schutzschild für die hinter der Hornhaut liegenden Strukturen. Danach wird das Auge 30 Minuten lang mit einer speziellen UVA-Bestrahlung behandelt – die Quervernetzung zwischen den einzelnen Collagenfasern der Hornhaut beginnt. „Von dieser Methode profitieren vor allem solche Patientinnen und Patienten, die vor der Behandlung noch über eine ausreichend gute Sehkraft verfügen“, sagt der Primar des LKH Steyr.

Unter 2.000 Menschen leidet eine oder einer an Keratokonus. Die Ursache für diese Erkrankung der Hornhaut ist noch weitgehend unbekannt. „Gesichert ist eine familiäre Häufung und eine Assoziation zu bestimmten Krankheiten“, sagt Prim. Buder. Es gibt zwei Formen von Keratokonus: Die erste ist die so genannte stille Form. Sie kommt zehn Mal so häufig vor, wie die zweite Form – die progressive oder fortschreitende. Die stille Form hat normalerweise keinerlei Symptome. „Sie ist für die Patientin oder den Patienten von einer normalen Hornhautverkrümmung, die durch ein Brillenglas korrigiert wird, nicht zu unterscheiden“, erklärt der Primar. „Entdeckt wird sie meist zufällig bei einer augenärztlichen Kontrolle.“ Die progressive Form des Keratokonus ist hingegen aggressiv und kann sich bereits mit Beginn der Pubertät bemerkbar machen. Prim. Buder: „Mit Fortschreiten der Erkrankung wird die Korrektur der Sehschärfe immer schwieriger. Die Sehkraft verschlechtert sich durch die fortschreitende Kurzsichtigkeit und die Zunahme der Hornhautverkrümmung kontinuierlich.“ In fortgeschrittenen Fällen können auch Schmerzen und Einrisse in der Hornhautschicht auftreten.
Typische Anzeichen für Keratokonus sind häufige Brillenkorrekturen mit Veränderung der Achse, wechselnde Sehstärke sowie eine zunehmende Hornhautverkrümmung. „Die Betroffenen sehen zum Teil nur auf einem Auge“, sagt Prim. Buder. „Dadurch entstehen Phänomene wie das doppelte Sehen von Gegenständen, zusätzliche Schatten an Buchstaben und Gegenständen sowie Schlieren oder sternförmige Strahlen, die von Lichtquellen auszugehen scheinen.“ Der Mediziner rät bei Verdacht dringend zu einer Abklärung bei einer Augenärztin bzw. einem Augenarzt.