Landes-Krankenhaus Steyr eine der modernsten Zytostatikaapotheke für Chemotherapien
Rund 7.000 Zytostatika für Chemotherapien bereitet die Apotheke des Landes-Krankenhauses Steyr pro Jahr zu. Dabei handelt es sich um natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum oder die -teilung hemmen und die Zellen zum Absterben bringen. Sie werden vor allem in der Krebstherapie aber auch in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Die Apotheke des LKH Steyr stellt diese Medikamente auf höchstem Niveau her und darf als eine der modernsten Zytostatikaapotheke Österreichs jetzt auch andere Spitäler mit Zytostatikamischungen versorgen.
Seit Anfang des Jahres werden am LKH Steyr Zytostatika zur Gänze zentral in der Apotheke zubereitet und nun auch an das Zentrum Enns für Innere Medizin und Psychosomatik sowie an das LKH Kirchdorf geliefert. Um die beiden externen Häuser beliefern zu können, war die Erteilung einer Betriebsbewilligung notwendig. „Wir sind österreichweit die erste Anstaltsapotheke, die diese Bewilligung bekommen hat. Das heißt, wir produzieren die Medikamente auf dem Standard der Pharmaindustrie selbst und sind eine der modernsten Zytostatikaapotheken Österreichs“, erklärt Mag. Gernot Idinger, Leiter der Apotheke am LKH Steyr, nicht ohne Stolz. Die hochtoxischen Medikamente werden nach dem neuesten Stand der Technik in dem hochmodernen Reinraum des Apothekenlabors sicher zubereitet. An Spitzentagen stellt das Apothekenteam bis zu 70 Zubereitungen her.
Die Anforderung der Medikamente erfolgt online. „Der behandelnde Arzt beziehungsweise die Ärztin gibt die verordnete Substanz in die EDV ein und übermittelt sie an uns. In unserem Reinraum wird dann das Zytostatikum zubereitet, das genau und individuell auf den Patienten oder die Patientin abgestimmt ist“, sagt der Experte. Vor jeder neuen Zusammenstellung ist es erforderlich, die PatientInnendaten zu kontrollieren. Werte wie Vitalparameter, Gewicht oder Laborergebnisse müssen aktualisiert werden, um im neuen chemotherapeutischen Zyklus gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen.
Für den Transport in das Zentrum Enns beziehungsweise das LKH Kirchdorf werden die fertigen Zytostatikamischungen verpackt, etikettiert und mit einem eigens dafür ausgerüsteten Spediteur temperaturüberwacht direkt auf die Stationen gebracht, auf der sie benötigt werden. „Diese Abläufe, von der Herstellung bis zum Transport, unterliegen laufenden Qualitätskontrollen. So wird gewährleistet, dass zu jeder Zeit die optimalen Bedingungen herrschen, sodass das Medikament in bester Qualität bei den Patientinnen und Patienten ankommt“, sagt Apothekenleiter Idinger.