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Operationsschmerzen verhindern – Betreuungsqualität verbessern

Kampf dem Schmerz nach der Operation – das ist seit zwei Jahren die Devise am LKH Steyr. „Mit Recht kann heute den Patienten die Angst vor Schmerzen nach der Operation genommen werden“, freut sich die Anästhesistin Dr. Luzia Schreiber-Winzig, Oberärztin der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin des LKH Steyr.

Die Qualität der Schmerzbehandlung konnte in den vergangenen Jahren deutlich verbessert werden. Die Medizin kennt heute bessere Medikamente, die durch exaktere Überwachungsmöglichkeiten auch höher dosiert werden können. Darüber hinaus stehen die Schmerzpumpe und die Schmerzblockade zur Verfügung. Bei der Schmerzblockade etwa werden große Nerven blockiert, um die darunter liegenden Bereiche schmerzfrei zu halten. Genutzt wird diese Methode unter anderem nach orthopädischen Operationen. Die Patienten können sich bereits kurz nach der Operation wieder schmerzfrei bewegen. Dies erspart Schmerzmittel und damit Nebenwirkungen wie Übelkeit, Benommenheit und Müdigkeit.

Muss ein Patient noch längere Zeit nach einer Operation mit Schmerzen rechnen, so wird die Schmerzpumpe – in Fachkreisen patientenkontrollierte Analgesie oder PCA-Pumpe genannt – eingesetzt. Bei dieser Form der Schmerztherapie ist die Mitarbeit des Patienten gefragt. Er kann über einen Druckknopf eine Dosis Schmerzmittel anfordern, die von der Pumpe in die Vene injiziert wird. „Eine Überdosierung an Schmerzmitteln ist nicht möglich, da die verabreichte Menge genau auf den Patienten und die Operation abgestimmt wird. Ein Sperrintervall verhindert, dass das Medikament zu oft abgerufen wird“, informiert die Expertin Dr. Luzia Schreiber-Winzig.

OA Dr. Luzia Schreiber-Winzig
Dr. Luzia Schreiber-Winzig,
Fachärztin der Abteilung
Anästhesie und Intensivmedizin

Bei der Behandlung mit der PCA-Pumpe kommt dem Pflegepersonal eine wichtige Rolle zu. „Wir schulen die Patienten im Umgang mit der Schmerzpumpe, besuchen sie täglich im Rahmen der Schmerzvisite, sorgen dabei für die psychische Begleitung und dokumentieren den Behandlungsverlauf“, informiert Rupert Simmer, leitender Anästhesiepfleger am LKH Steyr.

Um auch Patienten mit chronischen Schmerzen besser behandeln zu können, wurde nun eine Projektgruppe gebildet, die sich speziell mit diesem Thema auseinandersetzt. „Unser Ziel ist es, mit einem umfassenden Behandlungskonzept chronische Schmerzen in den Griff zu bekommen. Dazu suchen wir die Zusammenarbeit mit speziell ausgebildeten Ärzten, Psychologen, Psychotherapeuten und der Seelsorge. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen sollen in diesem Projekt erarbeitet werden“, betont Rupert Simmer.