Vernünftig vorgesorgt ist halb gewonnen - Reiseimpfungen schützen vor zahlreichen gefährlichen Krankheiten
Zwar ist die Hälfte der Ferienzeit schon wieder fast vorbei. In den Reisebüros werden aber gerade jetzt Spätentschlossenen noch Fernreisen zu Billigstpreisen angeboten. Doch ein Last-Minute-Urlaub in die entlegensten Winkel der Erde birgt zahlreiche Risiken. Vor allem in den beliebten Ländern Afrikas oder des fernen Ostens können Krankheiten wie Hepatitis A und B, Typhus oder Malaria die Ferienstimmung rasch trüben. Um die Reise auch wirklich genießen zu können, sollte man sich rechtzeitig durch Impfungen schützen und einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Vor Antritt der Reise unbedingt kontrollieren, ob die Impfungen gegen Tetanus und Kinderlähmung noch aktiven Schutz bieten. Ein Schutz gegen Hepatitis A und B durch eine Impfung ist ebenfalls dringend zu empfehlen.
Hepatitis A, die infektiöse Gelbsucht, kann über Lebensmittel, vor allem Obst, Salat und Wasser, übertragen werden. Speziell Essen von sogenannten Küchen am Straßenrand und ungeschälte und ungekochte Früchte möglichst meiden. Die Grundimmunisierung gegen Hepatitis A besteht aus drei Teilen. Die erste Impfung mindestens fünf Wochen vor der Abreise, die zweite vier Wochen später erfolgen. Nach einem Jahr folgt die dritte Teilimpfung. Der Schutz hält insgesamt zehn Jahre.
Hepatitis B, eine Leberentzündung, wird über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Die Impfung erfolgt in Kombination mit Hepatitis A, der Schutz hält jedoch nur fünf Jahre an. Gerade das derzeit moderne Piercen oder Tätowieren birgt die große Gefahr einer Infektion mit Hepatitis B.
Der Typhus-Erreger wird über Wasser und Nahrungsmittel übertragen. Trotz Schutzimpfung, in einigen Ländern lieber auf Leitungswasser verzichten.
Malaria wird durch den Stich der Anophelesmücke hervorgerufen. Wer seinen Urlaub in einem Malariagebiet verbringt, sollte Malaria-Tabletten bis zu vier Wochen nach der Ausreise aus dem Ferienland einnehmen. Der Erreger kann sich über einen längeren Zeitraum im Körper entwickeln.
Manche Reiseimpfungen bestehen aus mehreren Teilen, es ist daher notwendig, bereits sechs Wochen vor der Abreise mit der Erstimpfung zu beginnen, um im Urlaub auch tatsächlich den gewünschten Schutz zu gewährleisten. Zu beachten ist, dass einige Impfungen nicht gleichzeitig verabreicht werden können. Die Konsultierung eines Arztes wird empfohlen. Mit dem Spezialisten wird gemeinsam ein sinnvoller Impfplan erstellt, damit einem ungetrübten Urlaubserlebnis nichts mehr im Wege steht.

Frau Dr. Gerlinde Luch, Stationsärztin Chirurgie
mit einer kleinen Patientin