Venenerkrankungen – LKH Steyr setzt auf Prävention und Aufklärung der Bevölkerung
Venenerkrankungen zählen zu den häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen in unserer Gesellschaft, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Da die Behandlung aufwändig und teuer ist, wird es immer wichtiger, die Bevölkerung über das Leiden aufzuklären sowie präventive Maßnahmen zu ergreifen. Mit speziellen Übungen, die einfach in den Alltag zu integrieren sind, können große Erfolge bei der Heilung erzielt werden. Regelmäßig durchgeführt, können sie das Risiko einer künftigen Venenerkrankung minimieren oder sogar verhindern.Die beiden häufigsten Formen von Venenerkrankungen sind die bekannten Krampfadern und die chronisch venöse Insuffizienz (CVI).
Bei Krampfadern fühlen sich die Beine nach längerem Sitzen oder Stehen schwer an und spannen. Besonders abends oder bei wärmerer Umgebungstemperatur entstehen am Vorfuß sowie im Knöchelbereich Ödeme. Die Venen zeigen sich als dünne, verästelte Besenreiser oder als dicklich geschlängelte, hervortretende Gefäße.
Bei der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) treten durch den dauernden Stauungszustand zusätzlich noch Ernährungsstörungen der Haut auf. Diese äußern sich dadurch, dass die Haut sehr dünn, fast seidenpapierartig aussieht. Zusätzlich treten im Knöchelbereich und am Unterschenkel bräunliche Verfärbungen auf, dadurch verspürt der Patient einen unangenehmen Juckreiz. Sollte er dann auch noch zu kratzen beginnen, können Hautverletzungen auftreten, die weitere gesundheitliche Probleme verursachen.
Die Therapie bei Venenerkrankungen sieht folgendermaßen aus:
- Einsatz der Muskelpumpe
Mag. Margit Eidenberger, dipl. Physiotherapeutin an der Akademie für Physiotherapie des Landeskrankenhauses Steyr empfiehlt den Patienten, jeden Tag eine halbe Stunde spazieren zu gehen, da Gehen und Wandern eine sehr effektive Betätigung im Kampf gegen die Venenerkrankungen darstellen.

Mag. Margit Eidenberger
- Hochlagerung der Beine
Die Beine sollten am Fußende durch Unterlegung von Decken etwa zwanzig Zentimeter hoch gelagert werden. Knie- und Hüftgelenke sind dabei leicht gebeugt. Diese Übung kann entweder nachts oder vorübergehend auch tagsüber durchgeführt werden.
- Kompressionstherapie
Bei der Kompressionstherapie trägt der Patient Strümpfe oder Bandagen. Kompressionsstrümpfe werden vom Arzt verordnet; sie sind in verschiedenen Klassen (I-IV) erhältlich.
- Hydrotherapie
Kaltes Wasser stärkt die Venen. Besonders empfehlenswert sind kalte Wasserstrahlen, die beim Duschen von der Ferse bis zur Kniekehle geleitet werden.
- Beseitigung anderer Risikofaktoren
Venenpatienten sollten niemals mit übereinander geschlagenen Beinen sitzen, da dabei der venöse Rückstrom behindert wird. Weiters sollte es zur Gewohnheit werden, kürzere Strecken zu Fuß zu gehen sowie die Treppe anstatt des Fahrstuhls zu benützen. Übergewicht und einengende Kleidung stellen weitere Risikofaktoren dar.