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Schwangerschaft und Diabetes

2 Fachärzte

Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist eine spezielle Form der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und die am häufigsten auftretende schwangerschaftsbegleitende Erkrankung.
Als erfolgreich für die Betreuung der Schwangeren hat sich die Zusammenarbeit zwischen diabeteserfahrenen Gynäkologen und Diabetologen erwiesen. Schwangere Diabetikerinnen können heute bis zur Entbindung ambulant betreut werden und müssen nicht mehr monatelang vor der Entbindung stationär aufgenommen werden. Deswegen widmen sich im Schwerpunktkrankenhaus Steyr die beiden Fachärzte der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe OA Dr. Rainer Heider und OA Dr. Harald Gründling sowie OA Dr. Manfred Politor von der Diabetesambulanz - in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Frauenärzten - den von der Stoffwechselkrankheit betroffenen Müttern und Kindern.

Schwangerschaftsdiabetes tritt dann auf, wenn das Gleichgewicht zwischen Blutzucker erhöhenden Hormonen und dem Blutzucker senkenden Insulin durch die Schwangerschaft gestört ist.

Die Erkrankung verläuft meist ohne Beschwerden (selten Bluthochdruck, Beinschwellung, besondere Gewichtszunahme) und ist bei den meisten der Schwangeren durch eine gute Patientenschulung mit Blutzucker- Selbstkontrolle und richtiger Ernährung zu therapieren. Bei einem Teil der Frauen ist eine Insulinbehandlung mittels Injektion kleiner Mengen von schnell wirksamen Präparaten erforderlich.

Welche Frau ist gefährdet?
Ein erhöhtes Risiko der Erkrankung - welche durch den so genannten Zuckerbelastungstest abgeklärt werden kann - besteht bei stark übergewichtigen Frauen, Schwangeren mit Diabetes in der Familienanamnese, Raucherinnen und Frauen im Alter von über 30 Jahren Und bei schon vorbestehendem Schwangerschaftsdiabetes. Die Oberärzte Dr. Heider und Dr. Politor empfehlen auf Grund ihrer Erfahrungen grundsätzlich jeder schwangeren Frau einen derartigen Test zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche durchzuführen.

Wesentliche Folgen des Diabetes während der Schwangerschaft sind die starke Zunahme der Fruchtwassermenge und ein abnormales Größenwachstum der Kinder (Makrosomie). Dies erhöht folglich die Rate der Kaiserschnitt- als auch vaginal-operativen Entbindungen mittels Saugglocke. Besonders bedeutsam sind darüber hinaus die langsamere Ausreifung der kindlichen Lungen, sowie Störungen in der Entwicklung des Mutterkuchens. Dies führt zu einer Mangelversorgung des Ungeborenen und im schlimmsten Fall sogar zum Absterben des Kindes. Auch Stoffwechselerkrankungen und Verschiebungen im Salzhaushalt des Neugeborenen sind zu beachten. Nach der Geburt neigen Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes zur Unterzuckerung.

Die Erfahrungen in der ersten Medizinischen Ambulanz des Landeskrankenhauses Steyr haben gezeigt, dass bei entsprechend konsequenter Betreuung (frühzeitiges Aufdecken und ausreichende Selbstkontrolle durch Diät) die Zahl der Schwangeren, die Insulin benötigen, zurück geht und die Geburten von übergewichtigen Neugeborenen deutlich abnehmen.