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Neue Therapieform zur Behandlung von Lebermetastasen im LKH Steyr

OA Dr. Baumgartner

Bei bis zu 50 % aller Patienten die an Tumoren erkrankt sind, bilden sich im Verlauf ihrer Erkrankung Lebermetastasen, für die es bis vor kurzem noch keine Heilungschancen gab. Das LKH Steyr bietet nun ein neues Therapiekonzept im Kampf gegen Lebertumoren an. Bei der so genannten radiofrequenten Thermoablation (RAF) wird der Tumor durch Hitze zerstört, ohne dass das umliegende Gewebe beschädigt wird. Darüber hinaus belastet diese unblutige Behandlungsmethode den Patienten wesentlich geringer als herkömmliche Methoden, es treten nur selten Komplikationen auf und der Patient kann das Krankenhaus bereits nach drei Tagen wieder verlassen.

Bei 50 % aller Patienten, die an einer bösartigen Krebserkrankung leiden, entwickeln sich im Verlauf der Krankheit Lebermetastasen. Bleiben diese unbehandelt, beträgt die durchschnittliche Überlebenszeit 7,5 Monate, nur beinahe 8 % der Patienten überleben unbehandelt zwei Jahre lang. Allerdings kommen nur ein Viertel der Betroffenen für eine operative Entfernung des Tumors in Frage. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, sie reichen von der Ausdehnung, der ungünstigen Lage bzw. der lokalen Verteilung der Metastasen bis zur mangelhaften Funktion der Leber oder schweren Begleiterkrankungen. Für die restlichen 75 % der Erkrankten gab es bisher keine Therapie.

Aufgrund der im LKH Steyr neu eingeführten radiofrequenten Thermoablation (RAF) kann das Leiden vieler Betroffenen nun deutlich gelindert werden, in Einzelfällen erreicht man damit sogar eine 100%ige Heilung. Bei dieser unblutigen Behandlungsmethode werden Tumoren bis zu einer Größe von 5 cm durch Hitze zerstört. Bei Temperaturen über 60 ° verändern sich die Eiweiße in den Zellen, die Zellmembranen werden durch Schmelzprozesse zerstört und die Krebszelle stirbt ab. Das umliegende Gewebe wird dabei nicht beschädigt.

Im Einzugsgebiet von Steyr kann diese neue Therapieform jährlich 30 bis 50 von Lebertumoren betroffenen Menschen - das sind rund ein Viertel der an Leberkrebs erkrankten Patienten - zu einer Verbesserung der Lebensqualität sowie zu einer Verlängerung der Lebensdauer verhelfen.

"Die Behandlung erfolgt entweder unter örtlicher Betäubung oder unter Narkose und wird häufig in Kombination mit einer Chemotherapie durchgeführt. Die RFA ist eine verhältnismäßig sichere Methode mit geringer Komplikationsrate. Der Patient ist nach der Behandlung beinahe schmerzfrei und kann das Krankenhaus bereits drei Tage nach dem Eingriff wieder verlassen", erklärt OA Dr. Baumgartner die Vorteile dieser neuen Methode.

Nicht geeignet ist die radiofrequente Thermoablation (RFA) für Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion, bei Gerinnungsstörungen sowie bei Tumorbefall der Nachbarorgane.