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Kleinsten Defibrillator erstmals in Österreich implantiert

Dr. Peter Gföllner von der 1. Medizinischen Abteilung des Landeskrankenhauses Steyr hat am 27. Jänner 2003 erstmals in Österreich einem Patienten den kleinsten implantierbaren Defibrillator (ICD) eingesetzt. Das in Steyr implantierte Gerät leistet trotz kleinster Abmessungen (11mm Dicke und 82g) Enormes und verfügt über umfassende Therapiemöglichkeiten für beide Herz- kammern (Vorhof und Ventrikel).

Der große Vorteil des ICD besteht darin, das er automatisch erkennt, wenn das Herz außer Tritt fällt. Dies reicht von Herzrasen bis zu Herzkammerflimmern mit Pulsschlägen weit über 200 pro Minute. Der ICD gibt daraufhin einen starken Stromstoß ab, der das Herz wieder regelmäßig schlagen lässt.

"Erstmals besteht die Möglichkeit auf geänderte Rhythmen in beiden Herzkammern mit geeigneten Therapien zu reagieren. Eine neuartige Automatik zur richtigen Erkennung von Vorhofflimmern stellt sicher, dass die Patienten zu jedem Zeitpunkt die richtige Therapie erhalten", erklärt Dr. Peter Gföllner.

Vorhofflimmern ist die häufigste Rhythmusstörung. Sie betrifft vor allem in steigendem Maß die ältere Bevölkerung. Es sind bis zu 20% der 70-80-Jährigen und immerhin noch bis zu 6% der 50-60-Jährigen betroffen. Mit zusätzlichen Therapieoptionen, wie sie im neuen ICD realisiert wurden, kann man dieses Problem besser in den Griff bekommen.

Diese Implantate stellen die sicherste Maßnahme dar den plötzlichen Herztod zu verhindern. Mehr als 10.000 Menschen sterben daran jedes Jahr, allein in Österreich. Entscheidend für die kosteneffektive Anwendung dieser Therapie ist es die gefährdeten Patienten anhand einfach durchzuführender Untersuchungen zu finden. Eine unlängst frühzeitig abgeschlossene Studie konnte zeigen, dass Patienten nach Herzinfarkt und drastisch eingeschränkter Leistungsfähigkeit, denen ein ICD implantiert wurde, eine 30% geringere Todesrate aufweisen, als Patienten, die konventionell behandelt wurden.

Die 1. Medizinische Abteilung im KH Steyr ist nach österreichischem Standard ein großes Implantationszentrum, weil hier nicht nur ca. 100 Schrittmacher jährlich implantiert werden, sondern auch ca. 20 Defibrillatoren jährlich. "Als Kardiologe bin ich für die Implantation verantwortlich und jeder Patient erhält das Gerät, das sein Herz braucht. Wiederholt konnten bereits Österreichweite Erstimplantationen der modernsten Geräte durchgeführt werden", erklärt Dr. Gföllner abschließend.