Am LKH Steyr werden Frauen mit Brustproblemen ausschließlich von Ärztinnen behandelt
Regelmäßige Vorsorge ist für die rechtzeitige Entdeckung von Brustkrebs unerlässlich. Das Landes-Krankenhaus Steyr bietet Frauen mit Brustproblemen ein besonderes Service: Dank der Brustambulanz haben die Frauen eine einzige Anlaufstelle. Sie müssen nicht von einer Stelle zur anderen laufen und – sie werden ausschließlich von Ärztinnen behandelt.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Österreich wird jährlich bei 4.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs gestellt. „In unsere Brustambulanz kommen Patientinnen meist auf Zuweisung ihrer Hausärztinnen oder Hausärzte sowie ihrer Frauenärztinnen oder Frauenärzte“, sagt Ass. Dr. Barbara Dinböck, Ärztin an der Chirurgischen Abteilung des LKH Steyr. „Nach einem eingehenden Gespräch und einer Darstellung des Problems führen wir eine klinische Untersuchung durch. Je nach Bedarf erfolgt eine Mammografie, ein Brustultraschall, eine Magnetresonanzuntersuchung der Brust oder Stanzbiopsien.“ Frauen mit Brustproblemen können die Ambulanz jedoch auch ohne Zuweisung aufsuchen. Für viele Frauen ein sehr wichtiger Punkt: An der Steyrer Brustambulanz besteht nicht nur die Möglichkeit, von einer Ärztin untersucht zu werden – ausschließlich Ärztinnen untersuchen und betreuen die Patientinnen.
Die Heilungschancen von Brustkrebs sind vom Stadium abhängig, in dem der Tumor entdeckt wird. „Das macht deutlich, wie wichtig Vorsorge ist“, sagt Ass. Dr. Dinböck. „Medikamentöse Behandlungen haben die Heilungschancen zusätzlich zur Operation verbessert.“ Mit Ausnahme der Strahlentherapie, die derzeit nur an zwei oberösterreichischen Krankenhäusern durchgeführt wird, bietet das LKH Steyr alle Therapiemöglichkeiten vor Ort. Sowohl operative und medikamentöse Behandlungen als auch alle Abklärungen – insbesondere die pathologischen Untersuchungen – werden am Steyrer Krankenhaus durchgeführt.
Bei einer anstehenden Operation steht die Angst vor einer Brustamputation im Raum. „Bei einem bösartigen Brusttumor muss fast immer operiert werden, allerdings wird bei mehr als 70 Prozent nicht amputiert, sondern brusterhaltend operiert“, sagt die Steyrer Ärztin. „In den vergangenen Jahren haben wir jährlich etwa 120 Brust-Operationen vorgenommen – zwei Drittel davon bei Krebserkrankungen.“ Ist eine Amputation nicht vermeidbar, gibt es verschiedene Formen der Aufbauplastik aus Eigengewebe oder mit Hilfe einer Prothese. „Das passiert üblicherweise ein Jahr nach der Amputation“, sagt Ass. Dr. Dinböck. Die psychische Belastung für Frauen in solchen Situationen ist enorm. Deshalb stehen den betroffenen Patientinnen neben den Ärztinnen der Brustambulanz auch die Psychologinnen des Hauses zur Verfügung.