LKH Steyr weist mit 1,94% österreichweiten Spitzenwert in der Dekubitusrate auf
Gradmesser für die Qualität einer Pflege in einem Krankenhaus ist die Höhe der Dekubitusrate. Österreichweit liegt diese Rate bei etwa durchschnittlich 11%. Das LKH Steyr hat durch die Einführung des Wundmanagements diese Rate auf beachtliche 1,94% gesenkt. Ein Wert, auf den wir sehr stolz sind.

Was versteht man eigentlich unter Dekubitus?
Dekubitus kommt aus dem lateinischen und heißt so viel wie Wundliegen.
Wundliegen entsteht nicht – wie fälschlicherweise vielfach angenommen – lediglich durch langandauerndes Liegen. Dies kann einer der Gründe sein, aber nicht ausschließlich. Dekubitus hängt vor allem vom Grad der Mobilität eines Patienten ab und von der Auflage. Ein normal gesunder Mensch wechselt seine Lage während des Schlafes etwa 4 mal pro Stunde, und zwar immer dann, wenn die Auflage nicht passt. Ein immobiler Patient macht 3 bis null Bewegungen pro Nacht.
Noch vor wenigen Jahren war man der Meinung, dass die meisten Patienten mit Dekubitus bereits in das Krankenhaus kommen. Diese Annahme war falsch, was eine hausinterne Studie unseres Wundmanagements belegt. Denn lediglich 1/3 der Patienten kamen mit Dekubitus ins Haus.
Mittlerweilen konnten wir diesen Wert umkehren. Unsere Stärke liegt in der Prävention, d.h. in der Vermeidung von Dekubitus.
Um Dekubitus überhaupt zu vermeiden, wird im LKH Steyr jeder stationär aufgenommene Patient nach einer bestimmten Punkteskala (von 1 bis 25) nach dem körperlichen und geistigen Zustand, der Aktivität, Beweglichkeit und Inkontinenz beurteilt (Norton-Skala). Hat nun ein Patient einen niedrigen Punktewert, so besteht eine höhere Gefahr von Dekubitus und bedarf einer intensiveren Pflege bzw. des Einsatzes von Pflegehilfsmitteln. Pflegehilfsmittel sind in diesem Fall Weichlagerungsmatratzen oder Luftstrommatratzen, die aufgrund der enormen Kosten von einer Firma geleast werden. Durch den Einsatz dieser Hilfemittel verringert sich der Auflagedruck von 30 (Normalwert) auf 12 bis 25,5 mm/Hg (je nach Körpergewicht des Patienten) und verhindert damit ein Wundliegen.
Die Einrichtung „Wundmanagement“ wurde im Jahr 1998 im LKH Steyr geschaffen. Der Erfolg beweist, dass der von uns beschrittene Weg der richtige war.