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Reisethrombose

Ein derzeit vielbeachtetes Thema in der Reisemedizin ist die sogenannte „Reisethrombose“. Durch langes Sitzen in zusammengekauerter Stellung auf einer Reise ( Auto, Bus, Flugzeug - „Economy Class-Syndrom“ ) kann es zur Bildung einer Beinvenen-Thrombose kommen. Man versteht darunter das „Verstopfen“ eines venösen Gefäßes durch ein Blutgerinnsel. In manchen Fällen können Gerinnsel aus den Beinvenen mit dem Blutstrom in die Lungengefäße verschleppt werden, wodurch als gefährliche Komplikation eine sogenannte „Lungenembolie“ auftreten kann.

Eine Einteilung in mehrere „Risikogruppen“ ermöglicht eine gezielte und effektive Vorbeugung der Reisethrombose. Grundsätzlich sollten bei jeder mehr als 5 Stunden dauernden Reise im Sitzen einige allgemeine Maßnahmen beachtet werden : zwischendurch öfters aufstehen ( bei Autofahrten eine Pause einlegen ), isometrische Übungen im Sitzen durchführen ( Fußwippen im Sprunggelenk etc.), auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten ( keine Alkoholika ) und mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln besonders sparsam umgehen ( Verstärkung des Bewegungsmangels ).

Personengruppen mit mittelhohem Risiko sollten zusätzlich zu den allgemeinen Maßnahmen noch Wadenstrümpfe der Kompressionsklasse 1 bis 2 tragen, wenn zwei oder mehrere der nachstehend genannten Faktoren zutreffen : Alter über 40 Jahre, Herzschwäche, größere Krampfadern oder chronische Venenschwäche, Pilleneinnahme oder Hormonersatztherapie, Schwangerschaft, starkes Übergewicht ( BMI über 30 ).

Als besonders gefährdet gelten Personen, die bereits Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien hatten, eine Krebserkrankung oder sonstige schwere Erkrankung haben, einen Gipsverband am Bein haben, vor kurzem einen operativen Eingriff mit erhöhtem Thromboserisiko hatten, oder bei denen eine nachgewiesene familiäre Thromboseneigung ( „Thrombophilie“ ) besteht. In diesen Fällen sollte medikamentös vorgebeugt werden, indem - in Absprache mit Ihrem Arzt - knapp vor der Reise ein „niedermolekulares Heparin“ verabreicht wird. Die Dosierung ist vom Arzt festzulegen. Das Medikament wird mittels einer kleinen Fertigspritze subkutan - das heißt unter die Haut z.B. einer Bauchfalte oder des Oberschenkels – verabreicht. Durch die dünne Nadel ist das nahezu schmerzfrei möglich und nach einer kurzen Einschulung durch den Arzt kann der Reisende die Injektion auch leicht selbst durchführen.
Bitte besprechen Sie alle Fragen zum Thema Reisethrombose mit Ihrem Arzt, der ihr individuelles Risiko einschätzen und evtl. erforderliche vorbeugende Maßnahmen einleiten kann.

OA Dr. Robert Stolba
OA Dr. Robert Stolba Zentrallabor